Was tun bei Verstopfung?

Niemand spricht gern darüber, obwohl je nach Statistik bis zu 30 der deutschen Bevölkerung zumindest ab und an unter Verstopfung leiden, was die Gesundheit massiv beeinträchtigt. Hierbei leiden Frauen häufiger als Männer darunter. Das liegt unter anderem an der Einnahme von Hormonen (zu viel Östrogen kann die Verdauung hemmen) und aufgrund mehrerer oder schwerer Geburten bzw. Unterleibsoperationen.

Man spricht dann von Verstopfung, wenn man weniger als drei Mal pro Woche den Darm entleeren kann und der Stuhl hart ist.

Sicher ist, Verstopfung – auch wenn man noch keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen verspürt- die Lebensqualität der Betroffenen ist stark beeinträchtigt. Denn durch die Trägheit des Darmes stellen sich Völlegefühl ein, der Bauch ist aufgebläht, die Stuhlentleerung ist schwierig und oft schmerzhaft und trotzdem haben die Betroffenen hinterher oft ein Gefühl der unvollständigen Entleerung. Hinzu kommen dann die Gärungs-und Fäulnissprozesse im Darm, die sich durch den gasförmigen Abgang in Zusammenhang mit unangenehmen Gerüchen äußern.

 

Ursachen von Verstopfungen

Die Ursachen können vielfältig sein. Wie oben schon erwähnt, können Hormone aber auch bestimmte Medikamente wie z. Bsp. aluminiumhaltige Präparate die bei Sodbrennen gern verschrieben werden, Blutdruckmedikamente, Antidepressiva aber auch starke Schmerzmittel und Schlafmittel Ursache von Verstopfungen sein. Personen mit Reizdarmsyndrom sind ebenfalls davon betroffen. Sie leiden meist abwechseln und Verstopfung und Durchfall. Eine vorübergehende Verstopfung tritt bei vielen Personen auf, wenn sie z.Bsp. auf Reisen sind oder durch ungewohntes Essen am Urlaubsort. Hormonstörungen die z. Bsp. auch bei einer Schilddrüsenerkrankung eine Rolle spielen, können ebenfalls zu Verstopfungen führen. Liegt eine Darmerkrankung- oder Entzündung wie z. Bsp. Darmpolypen, Hämorrhoiden, Darmausstülpungen oder Darmkrebs vor, auch dann kommt es zu Verstopfungen.

Doch auch unsere Lebensweise, geprägt durch Bewegungsmangel, Stress, zucker,-  milch- und stärkehaltige Nahrung führen sind Auslöser für eine mögliche Verstopfung.

14 Tipps die bei einer Verstopfung helfen

  1. Reichlich, reines Wasser trinken

Täglich 2 Liter reines und kohlensäurefreies Wasser ist nicht nur gut für deine Gesundheit sondern durch die ausreichende Wassermenge wird der Darm befeuchtet und der Stuhlgang wird so erleichtert.

Wenn du morgens auf nüchternem Magen ein Glas sehr warmes Zitronenwasser trinkst, auch dann regt dies den Stoffwechsel und somit den Stuhlgang an.

2. Rizinusöl oder Olivenöl

Rizinusöl haben unsere Großmütter bereits bei Verstopfungen angewendet. Es fördert die Darmbewegung, wodurch der Stuhl geschmeidiger wird. Allerdings ist Rizinusöl nicht für Schwanger geeignet, da es wehenfördernd wirkt.

Du kannst auch morgens 1 Teelöffel Olivenöl zu dir nehmen. Das “ölt” die Darmschleimhaut und stimuliert die Verdauung.

3. Dörrpflaumen

Ein sehr sicheres und preiswertes Mittel sind Dörrpflaumen. Ich persönlich lege dazu 2 Dörrpflaumen abends in ein 200 ml reines Wasser und morgens trinke ich auf nüchternem Magen dieses Wasser und esse die beiden eingeweichten Dörrpflaumen. Bitte achte aber beim Kauf von getrockneten Pflaumen darauf, dass sie ungeschwefelt und entsteint sind.

Du kannst auch beides in einem Mixer pürieren dann dann trinken. Und wenn du Ingwer magst, dann gib noch ein Stück frischen Ingwer in den Mixer. Damit hast du gleichzeitig einen richtigen Booster für´s Immunsystem.

Aber auch Feigen oder Sauerkrautsaft helfen die Verdauung anzukurbeln.

4. Gerstengrassaft

Gerstengrassaft soll laut wissenschaftlichen Studien heilende Wirkungen auf den Darm haben. Dr. Yoshihide Hagiware hatte mehr als 150 verschiedene grüne Pflanzen untersucht. Nach jahrzehntelanger Forschung stellte er fest, dass Gerstengrassaft mehr Vitamine, Mineralstoffe, Chlorophyll, Spurenelemente, Enzyme, Aminosären und Bioflavonoide enthält als alle anderen untersuchten Pflanzen.  Er weist einen besonders hohen Gehalt an Folsäure, Vitamin A, E und C auf ebenso wie einen hohen Anteil an Eisen, Magnesium und Zink. Nur im einige hier zu nennen.

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5. Casa Fistula

Die Casa Fistula gehört einer Unterfamilie des Johannisbrotgewächses an. Als sanftes Abführmittel verwendet man das Innere der Frucht (Manna), was sehr klebrig ist und etwas nach Lakritz schmeckt. Man bricht die sehr holzige Schale auf und bricht nun das Manna und die Samen heraus. Daraus formt man kleine tischtennisgroße Bälle und legt sie über Nacht in ein Glas mit 100 ml Wasser. Am nächsten Tag seiht man das Wasser ab und trinkt es. Achtung: Nach 4 bis 6 Stunden setzt die abführende Wirkung ein. Es ist also besser, es zu einer Uhrzeit zu sich zu nehmen, wenn man ganz sicher zu Hause ist und schnell die Toilette aufsuchen kann. Wenn man die Verdauung einfach nur etwas stimulieren mag und keine abführende Wirkung möchte, dann kann man die Blättchen (Manna) auch einzeln kauen. Nicht zu viel, aber ab und an über den Tag verteilt. Ich habe es persönlich so noch nicht ausprobiert, sondern nur die Abführvariante und damit gute Erfahrungen gemacht.

6. ausreichend Bewegung

Durch ausreichende Bewegung wird der der Stoffwechsel und der Darm angeregt. Denn durch unser andauerndes Sitzen über viele Stunden hinweg, werden all unsere Organe in ihrer eigentlichen Funktion eingeschränkt bis sie einen Teil ihrer Funktionen ganz einstellen. Neben vielen vielen Krankheiten und Begleiterscheinungen kommt es dann auch zu Verstopfungen.

7. Ballaststoffreiche Nahrung bestehend aus viel Obst und Gemüse

Bei Verstopfungen sollte man besonders auf eine geeignete Nahrung achten. Hier sollten Gemüse, Obst, gute kaltgepresste Öle, Samen und Nüsse sowie Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan stehen.

Gemieden werden sollten alle säurebildende Lebensmittel wie Kaffee, Alkohol, Fleisch, Käse und andere Milchprodukte, Zucker und andere Süßigkeiten, Nudeln & Co die aus Weizenmehl bestehen aber auch Kakao. Kefir oder Buttermilch angerührt mit etwas Leinsamen oder Kleie können die Verdauung wiederum unterstützen. Aber Milchprodukte jeglicher Art sollten generell kritisch betrachtet werden, da sie unserer Gesundheit schaden.

8. Bauchmassage

Eine in Uhrzeigersinn 10-minütige kreisförmige Bauchmassage fördert die Darmtätigkeit. Am besten du nutzt die Zeit morgens vor dem Aufstehen. Denn so unterstützt du mit der Bauchmassage den Weitertransport der Nahrung im Darm.

9. Quellmittel

Leinsamen, Flohsamenschalen oder Chisamen sind Füll- und Quellmittel. Sie quellen durch Wasseraufnahme auf, wodurch sie den Speisebrei vergrößern und ihn weniger hart machen. Zudem “putzen” sie die Darmwände so richtig durch und können auch etwas fest sitzenderen Kot abtransportieren.  Das funktioniert jedoch nur, wenn man sie mit ausreichend Wasser verzehrt.

10. Bittersalz

Bittersalz wird häufig von Menschen genommen, die eine Fastenzeit beginnen wollen. Doch auch, um sich schnell Erleichterung zu verschaffen, soll Bittersalz gut sein. Bittersalz sorgt im Darm dafür, dass das Wasser im Darm zurückgehalten wird, die Wasserabgabe in den Darm gefördert wird und so das Volumen und die Flüssigkeitsmenge des Stuhlgangs erhöht wird. So wird der Stuhl letztendlich gelöst.

Ich persönlich habe es mehrmals ausprobiert und keine guten Erfolge erzielt. Vielleicht habe ich auch zu wenig genommen. Aber der Geschmack ist auch sehr gewöhnungsbedürftig. Ich habe mich damit nicht gut gefühlt. Auch sind die Nebenwirkungen nicht zu unterschätzen. Vor allem Menschen mit einer eingeschränkten Nierenfunktion sollten diese Variante besser meiden. Und zu viel von dieser Variante, kann auch Magen und Darmschleimhaut schädigen. Immerhin ist es ein Salz.

11. Entspannungsübungen

Eine sehr häufige Ursache bei Verstopfungen sind Stress und psychische Belastungen. Hier kann man mit Entspannungstechniken wie Mediation, Yoga oder Autogenes Training Abhilfe schaffen. Man lernt wieder eine Balance zwischen Körper, Geist und Seele herzustellen und dieses Ausgeglichenheit überträgt sich positiv auf unseren Darm.

12. Akupressur

Auch mit Hilfe einer Akupressur kann man einem trägen Darm auf die Sprünge helfen. Dazu sucht man sich auf der Handoberfläche den richtigen Punkt. Massiere mit der rechten Hand den Bereich in der fleischigen Gewebefalte zwischen Daumen und Zeigefinger der linken Hand. Wechsele dann zur anderen Hand.

Je nach Beschwerden kannst du diese Punkte bis zu 3mal täglich massieren.

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13. Feste Zeiten trainieren

Das mag vielleicht ein wenig komisch klingen, aber man kann dem Darm tatsächlich eine gewisse Regelmäßigkeit antrainieren. Dazu wählt man eine bestimmte Tageszeit, zum Beispiel morgens nach dem Frühstück oder nachdem man das warme Zitronenwasser getrunken hat oder aber abends – wenn man Feierabend und Ruhe hat. Wichtig dabei ist, dass man sich Zeit und Ruhe nimmt und nicht unter Druck setzt. Bitte berücksichtige auch, dass die Stuhlfrequenz variieren kann.

14. Gymnastik gegen Darmträgheit

Neben ausreichend Bewegung sorgen auch gezielte Gymnastikübungen dafür, den Darm wieder zu aktivieren.

Lege dich dazu auf den Rücken und stütze beide Hände in die Hüften. Strecke nun die Beine nach oben und mache für ca. 10 Minuten in der Luft Radfahrbewegungen.

Neben einer gründlichen Darmsanierung solltest du mit Hilfe dieser einfachen Methoden schnell Linderung und Heilung verspüren.

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Letzte Aktualisierung am 17.01.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

About Author

Wir sind Forscher, Tester und Querdenker, die viele Höhen und Tiefen im Leben erleben durften. Wir sind Gesundheitscoaches und geben gern unser Wissen auf unserem Blog, in Büchern, Webinaren und Seminaren weiter. Natürlich haben wir auch diverse Ausbildungen und Fortbildungen im Gesundheitsbereich abgeschlossen. So verfügen wir über ein fundiertes Wissen über gesunde und natürliche Nahrung, über Stressbewältigung und Achtsamkeit aber auch Bewegung und Rückengesundheit. Aber auch welche Einflüsse Räume auf unsere Gesundheit nehmen ist uns bewusst und bekannt. Und über etwas medizinisches Hintergrundwissen verfügen wir auch, da Birgit viele viele Jahre als Pharmareferentin und Gesundheitsökonomin gearbeitet hat.

4 Kommentare

  1. Das ist ja eine sehr umfangreiche Aufstellung, was man alles gegen Verstopfung tun kann. Ich habe damit glücklicherweise keine Probleme. Aber bei meinen Kunden kommt das Problem öfter vor.

    Bittersalz und Glaubersalz habe ich auch mal ausprobiert (direkt vor dem Fasten) aber ich habe es fast nicht runterbekommen, d. h. so wie es reinkam kam es oben wieder raus. Mir hat es alles zusammengezogen und ich wurde alles wieder los. Das war mein erster und auch mein letzter Versuch.

    Was ich bestätigen kann ist, eine basenüberschüssige Nahrung sorgt wirklich für eine wesentlich bessere Verdauung. Seit ich meine Ernährung darauf umgestellt habe, tut sich enorm viel in meinem Körper.

    Herzliche Grüße
    Barbara

    • Ja liebe Barbara, Bitter-und Glaubersalz ist so ne Sache. Ich habe es auch mal probiert, aber allein der Geschmack war schon grenzwertig. Man sollte es auch nicht als das Mittel der Wahl nehmen, da es doch auch sehr reizen kann – vor allem auch die Schleimhäute.

      Für mich persönlich waren damals die Quellmittel in Zusammenhang mit den grünen Smoothies die bessere Lösung. Aber hier muss man eben auch wissen, dass man dann wenigsten 2 Liter Wasser am Tag trinken muss. Und vor allem auch nach dem Einnehmen der Quellmittel mit reichlich Wasser “nachspült”. Denn sonst führen diese wiederum zu schmerzhafter Verstopfung.

      Lieben Gruß

      Birgit

      Lieben Gruß

      Birgit

  2. Hallo,

    toller Artikel, sehr ausführlich. Ich habe dank meiner grünen Smoothies keine Verdauungsprobleme, weiß aber aus Erfahrungen im Kundenkreis, dass viele Menschen damit zu kämpfen haben.

    Liebe Grüße
    Gabi

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