Schulstress ist Familienstress

Schulstress ist Familienstress. Kennst Du das? Am Nachmittag sitzt Du mit Deinem Kind an den Hausaufgaben, am Abend und am Wochenende wird für Klassenarbeiten gelernt, statt einen Familienausflug zu unternehmen oder ins Kino zu gehen. Wir Mütter wollen meist, dass unsere Kinder erfolgreich durch die Schule kommen. Wenn die Noten nicht stimmen, unterstützen wir sie, fahren sie zur Nachhilfe, hören Vokabeln ab und helfen vor Schulaufgaben.

Trotzdem klappt es nicht. Wir fragen nach, treiben an, doch die Kinder haben einfach keine Lust zum Lernen. Stress entsteht, die Noten werden schlechter. Wenn Du keine Nerven hast, diesen Zustand weiter mitzumachen, kannst du das ändern. Wenn du willst, dass Dein Kind endlich selbständig lernt, zeige ihm, wie man effizient lernt. Dann können sich die Mütter auf ihre Arbeit, die Kinder auf die Schule konzentrieren. Die Freizeit wird entspannter, mit weniger Streit.

Zuerst gilt es herausfinden, welcher Lerntyp Dein Kind ist. Wer seine bevorzugten Lernkanäle kennt, kann viel Zeit und Energie sparen. Dabei gilt allerdings immer: Menschen sollen mit allen Sinnen lernen, verschiedene Strategien für unterschiedliche Aufgaben nutzen und dabei immer mehrdimensional arbeiten. Denn das Gehirn liebt Abwechslung.

Jedes Kind lernt anders

In der Schule bleibt das Lernen durch Erfahrung, das am nachhaltigsten und wirkungsvollsten funktioniert,  leider vielfach auf der Strecke. Was ist stattdessen gefordert? Das Einprägen und Wiederholen von Lerninhalten leider sehr viel häufiger als spannende Lernerfahrungen. Mit einem Lerntypentest kann man die Reihenfolge der präferierten Lernkanäle eines Kindes herausfinden und individuelle Strategie für diesen Lerntyp entwickeln. Fordere den kostenlosen Test hier an: https://petratrautwein.com/lerntypentest-anfordern/

Visuelle Lerner bevorzugen dabei die optische Wahrnehmung. Sie speichern Lernstoff beim Lesen und beim Betrachten von Schaubildern und Filmen. Sie wissen beispielsweise genau, dass die gesuchte Vokabel links unten auf der Seite steht und merken sich Telefonnummern durch Aufschreiben. Geeignete Lernstrategien können hier unzählige Lernvideos auf youtube, Mindmaps und farbig gestaltete Texte und Schaubilder sein.

Bewegen Schülerinnen die Lippen beim Lesen, lesen sie laut in Gedanken mit und sind auditiv besonders stark. Sie haben normalerweise weniger Probleme in der Schule und kommen hervorragend mit Frontalunterricht klar. Allerdings bereitet ihnen häufig die Rechtschreibung ein Problem, weil sie nach Gehör schreiben wollen. Vor lauter Details verlieren sie gelegentlich den Blick für das Wesentliche. Vokabel lernen sie gut laut sprechend, am besten laufen sie dazu eine liegende Acht. Alternativ nehmen sie sie auf mp3 auf und hören sie immer wieder an. Zahlen merken sich auditive Lerntypen durch Rhythmus beim Sprechen: Reime, Sprüche, Eselsbrücken finden sie super.

Kinästheten müssen Lernen erfahren und tun sich relativ schwer damit im Schulalltag. Sie lieben Experimente, wollen be-greifen, ausprobieren. Rollenspiele, Bastelaufgaben und Lernen durch Nachahmung sind hier die Stichworte. Zahlen merken sich diese Lerntypen mit guten Mnemotechniken. Besonders wichtig für diese Schülerinnen ist eine harmonische Lernumgebung, sie wollen sicher nicht am Schreibtisch lernen, sondern legen sich lieber gemütlich in eine kuschelige Ecke mit ihren Büchern. Eltern sollten das unbedingt zulassen, sonst wird es schwierig mit dem Lernalltag. Sehr häufig hat der Bewegungstyp Lernschwierigkeiten, muss er doch den ganzen Tag wider seine Natur still sitzen und findet in der Schule kaum Anregung. Dabei sind Hüpfball und Trampolin eher sein Metier. Für ihn sind räumliches Lernen mit Bewegung ideal, wo Lerninhalte mit dem Körpergedächtnis abgespeichert werden. Life Kinetic und Bewegungsübungen ergänzen hier das Lerncoaching ideal.

Entspricht der auditiv-visuell orientierte Schulunterricht so gar nicht den eigenen Vorstellungen vom Lernen, ist am Nachmittag Kreativität gefragt, um die Motivation aufrechtzuerhalten. Und ganz wichtig für Eltern: Nicht was bei einem Kind funktioniert, ist für das nächste ebenfalls richtig. Lernen ist individuell und erfordert kreative, phantasievolle Wege, manchmal auch Coaching, wenn Familien alleine nicht weiterkommen oder zu viel Stress entsteht. Schließlich muss man für die Schüler auch noch die unterschiedlichen Fächer entsprechend bedienen, bis eine rundum ausgetüftelte Strategie steht.

Verantwortung übergeben

Hat man die passende Strategie gefunden, gilt es die Verantwortung für’s Lernen langsam an das Kind zu delegieren. Verantwortung übernehmen ist nicht leicht und oft auch nicht sehr populär. Die Schüler sehen bei vielen Erwachsenen, dass auch diese nicht für ihre Projekte, ihre Wünsche, ihre Ansichten einstehen. Oft fehlt der Mut, manchmal die Energie. Verantwortung ist nicht immer bequem. Gerade deswegen ist es umso wichtiger, dass wir ihnen beibringen, für ihre Belange einzustehen. Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen, Wurzeln und Flügel. Daran hat sich seit Goethe nichts geändert. Wurzeln, also Basiskenntnisse, Fähigkeiten, Werte und Arbeitsweisen haben wir ihnen vermittelt. Jetzt geht es um die Flügel, sie müssen alleine lernen. Wir gehen weg vom Helikopter-Elterndasein und vermitteln ihnen, dass sie selbst ihren Weg finden müssen, erwachsen werden. Irgendwann in der Mittelstufe ist man an diesem Punkt.

Wir sollten ihnen bis zu dieser Zeit vermittelt haben, was uns wichtig ist. Welche Eigenschaften, Werte, Fähigkeiten im Leben zählen. Uns selbst muss klar sein, was wir für sie erreichen wollen und was wirklich wichtig ist. Eltern verabschieden sich an diesem Punkt ein Stück weit von ihrem Perfektionismus und verlieren ein Stück weit die Kontrolle über ihre Kinder. Das ist gut so. Wir haben über viele Jahre bestimmt, wie das Leben der Kinder abläuft. Wenn etwas nicht funktioniert hat oder schwierig war, haben wir es für unsere Söhne und Töchter erledigt. Sie konnten sich darauf verlassen, dass wir hinter ihnen stehen, dass wir da sind und jederzeit helfen.

Verantwortung übernehmen  fängt irgendwann an mit der Ordnung im Zimmer und hört mit der Verantwortung für das eigene Leben auf. Das Lernen kommt irgendwo dazwischen. Auch hier kann man in Ruhe klären, was die Ziele sind, wo das Kind hin will und ihm dann nach und nach Aufgaben übertragen, die es selbst erledigen und entscheiden kann. Das Zepter übergeben, heißt natürlich nicht, sich gar nicht mehr zu kümmern oder die Kontrolle vollständig zu verlieren.

Gute Mütter und auch Väter sind immer da für ihre Kinder, aber sie nehmen ihnen nicht alles ab. Damit reduzieren sich Stress und Streit, und die Söhne und Töchter bekommen die Gewissheit, dass wir ihnen auch etwas zutrauen. Wenn sie uns brauchen, sind wir da. Aber wir nerven nicht mehr, drängeln nicht mehr, zwingen sie nicht zu ihrem Glück. Ob es funktioniert? Das ist ein Lernprozess. Dabei müssen die Kinder auch lernen, mit Misserfolgen klar zu kommen. Auch hierfür die Verantwortung zu übernehmen und sie nicht Lehrern, der Schule, dem Fach zuzuschieben. Mehr und mehr entscheiden sie selbst. Das gibt ihnen und uns ein Gefühl der Freiheit. Sie haben es in der Hand, was mit ihnen passiert. Können aber auch keinem die Schuld in die Schuhe schieben.

Nehmen Kinder ihr Lernen selbst in die Hand, können sie es auch gestalten und den Erfolg genießen.

Kennst du den Lerntypen deines Kindes? Wenn nicht, dann kannst du diesen auf Petra´s Seite kostenlos anfordern.

Unterstützung und hilfreiche Tipps bekommst du auch in Petras Facebook-Gruppe (https://www.facebook.com/groups/rausausdemschulchaos/).

Wissenswertes zu unserer Gastautorin Petra Trautwein

Petra Trautwein ist Sprachwissenschaftlerin und Mutter von drei Kindern und hat nach ihrem Studium (Englisch, Französisch und Volkswirtschaft) zunächst lange in Marketing und PR gearbeitet. Durch ihre Kinder ist sie dann zum Lernen und Lehren von Fremdsprachen zurückgekommen. Sie hat eine Ausbildung zum zertifizierten Lerncoach und Fortbildungen für bewegtes Lernen sowie Kurse in  Coaching, Psychologie und Pädagogik absolviert. Manche Kinder brauchen einfach eine andere Strategie, eine andere Methode als sie in der Schule zum Tragen kommt.

Weitere Informationen findest du auf Petras Website (https://petratrautwein.com)

 

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Letzte Aktualisierung am 18.06.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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