Darm – der Schlüssel zur Gesundheit?

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Unser Darm führt ein Schattendasein – traurig, denn eigentlich müssten wir ihn hegen und pflegen wie unseren Augapfel.

Sicher hast du schon von Sprüchen wie  “Der Darm ist dein Immunsystem”, ” Der Darm steuert die Emotionen”oder aber auch”Im Darm sitzt der Tod”. Ein arabisches Sprichwort bezeichnet es aus meiner Sicht noch etwas anschaulicher und auch positiver “Im Darm sitz der Tod und das Leben”. Daraus erkennt man auch, dass wir selbst es in der Hand haben, über unsere (Darm)Gesundheit zu entscheiden.

Der Darm ist ein sehr sensibles Organ und kommuniziert ständig auch mit unserem Gehirn. Der Darm beeinflusst maßgeblich wie wir uns fühlen, sind wir krank, fühlen wir uns gesund, leicht und beschwingt, sind wir glücklich oder eher frustriert, ängstlich und deprimiert? Es wird also höchste Zeit, sich einmal etwas intensiver mit unserem Darm auseinanderzusetzen. Und nach dem Hype des Buches von Guilia Enders “Darm mit Charme” sowieso.

Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes Organ - aktualisierte Neuauflage
  • Giulia Enders
  • Herausgeber: Ullstein Hardcover
  • Auflage Nr. 7 (07.04.2017)
  • Broschiert: 304 Seiten
Alles Scheiße!? Wenn der Darm zum Problem wird: Die Ursachen verstehen und richtig reagieren
  • Dr.med Adrian Schulte
  • Herausgeber: Scorpio Verlag
  • Auflage Nr. 4 (01.02.2016)
  • Taschenbuch: 208 Seiten

Darm – Eigenschaften und Funktionen:

Eine der wichtigsten Eigenschaften des Darms, welcher durchaus bis zu 8 Metern sein kann, ist die Verdauung. Die Verdauung beginnt aber nicht, wie von vielen gemeint im Magen, sondern bereits mit der Zerkleinerung im Mund. Deshalb ist es wichtig, die Nahrung durch gründliches Kauen gut zu zerkleinern und einzuspeicheln. Damit erleichtert man die weitere Verdauung durch unseren Magen-Darm-Trakt. Die zerkleinerten Speisen gelangen nun als über die Speiseröhre in den Magen und werden hier mit Hilfe der Magensäure gereinigt und weiter verdaut. Anschließend passieren sie den Dünndarm, in welchem ein Großteil der Nährstoffe aufgenommen und dem Blutkreislauf zur Verfügung gestellt wird.

Dafür sind die an der Darmschleimwand haftenden Darmzotten verantwortlich. Auf der gesunden Darmschleimwand befinden sich knapp 3000 Ausstülpungen (Darmzotten) pro Quadratzentimeter. Er nimmt somit eine etwa 100 mal größere Oberfläche als unsere Haut ein. Wahnsinn oder? Und in jeder dieser Darmzotte befinden sich eine Vene, eine Arterie, ein Lymphgefäß und ein Nerv. Und nur dadurch können die Nährstoffe, Mineralien, Vitamine und Spurenelemente aus dem Darm in den Blutkreislauf gelangen. Aber genauso gelangen eben auch Giftstoffe und Krankheitserreger in den Blutkreislauf. Das bedeutet: Unser Darm besitzt neben einer riesigen Anzahl an Darmbakterien ein eigenes Nervensystem, zahlreiche Zellen die Signale ausschütten und wahrnehmen können und den größten Teil unseres Immunsystems.

Wenn also die Darmschleimwand durch unterschiedliche Einflüsse wie ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel, Stress und Medikamente (hier seit im erster Linie auch auf die mittlerweile achtlose schnelle Antibiotika-Gabe hingewiesen) geschädigt wird, dann gelangen die Nährstoffe nicht mehr dahin wo sie hin sollen. Und wenn die Darmschleimwand durchlässig wird, dann kann der Darm seine eigentliche Aufgabe der Verkleinerung der Nahrung auch nicht mehr nachgehen, dass heißt die Nährstoffe gelangen unzerkleinert oder gar nicht aufbereitet in den Blutkreislauf, was ebenfalls zu Krankheiten führen kann.

Du siehst also, der Darm ist ein äußerst sensibles und machtvolles Instrument, welches großen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden hat.

Das letzte Stück des Darms ist dann der Dickdarm, der dem Stuhl die letzten Nährstoffe in Form von Salzen und Wasser entzieht. Und über den Mastdarm wird der Stuhl dann ausgeschieden.

 

Wissenswertes über unsere Darmflora

Man versteht unter dem Begriff Darmflora die Gesamtheit der vor allem im Dickdarm angesiedelten Mikroorganismen. Hierbei handelt es sich erster Linie um Bakterien der Gruppen Enterobactericae (insb. Escherichia coli), Enterokokkus, Bacillus und Bacteroides). Das sind nur einige von bis zu 1000 verschiedenen Bakterienarten, welche auf der Darmschleimhaut eine dichte Oberfläche bilden und  zur Abwehr gegen Krankheitserreger fungieren. Werden diese durch äußere Einflüsse gestört, also aus dem Gleichgewicht gebracht, dann bricht über kurz oder lang das ganze phänomenale , von der Natur durchdachte Konstrukt zusammen und Krankheiten entstehen. Und das fängt schon damit an, wenn man als Kleinkind beispielsweise Antibiotika verschrieben bekommt und anschließend keine Darmsanierung stattfindet. Und mal ehrlich: Kannst du dich erinnern, jemals eine Darmsanierung nach Antibiotika-Gabe verordnet oder empfohlen bekommen zu haben? Ich nicht – weder bei mir noch bei meiner Tochter.

Und damit nimmt das Problem seinen Lauf – das vormals von der Natur aus geschaffene Gleichgewicht fängt an ins Ungleichgewicht abzutriften.

Wie lebenswichtig aber unsere Darmflora ist, zeigten Studien an Mäusen – bei denen durch die Entfernung dieser der unmittelbare Tod eintrat. Ohne Bakterien – sprich ohne die richtigen Bakterien funktionieren Verdauung und die Energieversorgung nicht mehr. Und mit Energieversorgung ist die Aufspaltung und Bereitstellung der Nährstoffe aus der Nahrung gemeint. Darmkrebs wird zum Beispiel auch immer wieder mit einer geschädigten Darmflora in Verbindung gebracht.

Folgen einer geschädigten Darmflora

  • Morbus Crohn
  • Reizdarm (RDS)
  • Candidose des Darmes
  • Glukoseintoleranz und daraus kann sich wiederum Diabetes (Typ2) entwicklen
  • Herz-Kreislauferkrankungen
  • Übergewicht

Symptome einer geschädigten Darmflora

  • Aufstoßen
  • Blähungen (übelriechend bei Fäulnisflora)
  • Darmkrämpfe
  • Verstopfung
  • Durchfall, unvollständige Darmentleerung, Schleim im Stuhl
  • Übergewicht
  • Müdigkeit, Schlafstörung
  • Unwohlsein
  • migräneartige Kopfschmerzen
  • Pilzerkrankungen
  • Hauterkrankungen (Neigung zu Akne, Neurodermitis, Schuppenflechte)
  • erhöhte Infektanfälligkeit
  • Mangelerkrankungen (auch Anämie)
  • Entwicklungsstörungen bei Kindern
  • gestörte Wundheilung
  • Haarausfall
  • Stimmungsschwankungen
  • Eingerissene Mundwinkel

Diese Dinge schädigen die Darmflora

Antibiotika schädigen die Darmflora

Antibiotika zerstören nicht nur die schädlichen Bakterien, für welche sie eingesetzt werden, sondern auch die nützlichen Darmbakterien, was die Darmflora enorm beeinflusst. Und hier beginnt nun der Teufelskreis. Denn wie du nun weißt, eine intakte Darmflora schützt vor Krankheitserregern. Wenn diese aber nun geschädigt ist, dann können auch Krankheitserreger aller Arten ungehindert eindringen und sich vermehren. Irgendwann haben dann die schädlichen Bakterien die Oberhand gewonnen und bestimmt das Immunsystem.

Sollte sich also eine Antibiotikatherapie wirklich nicht vermeiden, dann nimm im Anschluss auf jeden Fall eine gute Darmsanierung vor. Ich werde im Anschluss selbst meinen dokumentieren Weg meiner Darmsanierung hier aufzeigen.

 Zucker und Fette

In unserem Darm leben natürlicherweise auch Pilze. Solange sie im gesunden Milieu mit allen anderen Mikroorganismen ein Gleichgewicht bilden, ist auch alles gut. Doch wir wissen alle, Pilze lieben Zucker. Nehmen wir also nun Zucker zu uns, dann freuen sich die Pilze in unserem Darm und explodieren geradezu. Die Folge – wir verpilzen und werden ernsthaft krank. Nur leider wird dies kaum festgestellt.Wenn nun zum Zucker noch ungesunde Fette hinzukommen, dann verstärkst du die Wirkung des Zuckers noch. Und nun geht es hier richtig ab.

Die häufigste Form einer Verpilzung im Darm ist die Candida-Infektion.

Übersäuerung

Unter einer Übersäuerung leiden viele Menschen ohne es zu wissen. Das liegt schon darin, dass die heutige westliche Ernährungsweise eine Übersäuerung unseres Körpers zwangsläufig mit sich bringt. Du kannst das ganz leicht feststellen, ob dein Säure-Basen-Haushalt gestört ist. Dazu kannst du dir ganz einfach Ph-Wert Streifen kaufen und zu Hause damit über den Urin deinen Ph-Wert messen. Wichtig zu wissen: morgens, wenn der Körper über Nacht alle gesammelten Giftstoffe ausscheidet, ist der ph-Wert meist sauer – über den Tag verteilt sollte er aber im basischen Bereich sein. Ein noch besseres Ergebnis erhältst du natürlich, wenn du mehrmals am Tag misst und die Werte in einer Tabelle oder auf einem Blatt Papier notierst. Mache das ca. 4 Wochen und errechnen dann den Mittelwert.

Um einer Übersäuerung entgegenzuwirken, sollte deine Nahrung aus 80 % basenlastigen und maximal 20 % säurelastigen Lebensmitteln bestehen.

Lebensmittel-Zusatzstoffe

Ein ganz entscheidender Faktor für unsere Darmgesundheit und die damit einhergehende Darmschädigung ist die heutige Nahrungsmittelherstellung. Lebensmittel gespickt mit Hormone, Antibiotika und künstlichen Aromastoffen bieten der Dysbalance in unserem Darm einen geradezu perfekten Nährboden. Diese Zusätze wirken tödlich auf die natürlichen und gesunden Darmbakterien.

Stress

Das Stress sich ungünstig auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit auswirken, ist hinlänglich bekannt. Doch das Stress auch die Darmflora schädigen kann, ist kaum jemanden bewusst. Wissenschaftliche Studien gibt es hier einige. Doch interessant ist, dass eine gesunde Darmflora dazu beitragen kann, stressresistenter zu sein. Sprich, mit ausreichend gesunden Darmbakterien im Darm lässt man sich nicht so schnell stressen und ist häufiger gelassen.  (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22483040)

Pestizidrückstände

Das Pestizide eine gesundheitsschädigende Wirkung auf unseren Organismus haben, das hört man an der ein oder anderen Stelle schon mal. Auch wenn dies oft eher als lapidar abgetan wird. Doch eine französische Studie (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23135753) hat nun bewiesen, dass bereits niedrige Dosen von dem Pestizid Chlorpyrifos maßgeblich den Darm schädigen.

Antibabypille

In vielen Beiträgen habe ich bereits gelesen, dass auch die Antibabypille die Darmflora schädigen kann. Eigentlich auch logisch, da es eine chemische Substanz ist, die man zudem über viele viele Jahre einnimmt. Man kann somit auch sagen, dass die Kopfschmerztablette, die man öfters nimmt, den Darm auf Dauer schädigt. Aber auch hierzu gibt es bereits Studien, die das belegen (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22619368), falls man dem kein Glauben schenken möchte.

 

Interview mit Erika West

Und nun möchten wir dir unserer Interview mit Erika West noch ans Herz legen. Sie ist Initiatorin des “Darmgesundheitskongresses” und wird uns hier einen sehr guten Einblick über die Funktionen und Wichtigkeit des Darms für unser Wohlbefinden geben.

Nachdem wir nun über die Ursachen und Folgen einer geschädigten Darmflora gesprochen haben, gehen wir im folgenden Artikel ein wenig in die Praxis. Hier werden wir beleuchten, wie und mit welchem Mitteln man seine Darmflora wieder aufbauen kann. Für diejenigen die es interessiert, schauen wir uns auch an, wie man selbst testen kann, ob die Darmflora geschädigt ist.

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Wir lieben es, so nah wie möglich im Einklang mit der Natur zu leben und die Kraft der Natur für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu nutzen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, diese Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen und sie an dem Wissen teilhaben zu lassen. Denn DU hast es selbst in der Hand, ob und wie vital und fit zu bist.

Letzte Aktualisierung am 13.11.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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7 Kommentare

  1. Hallo!
    Das ist ein sehr informativer Artikel zu einem äußerst wichtigen Thema. Leider nehmen noch viele Menschen den Spruch “Der Darm ist das zweite Gehirn” nicht so ernst. Das ist schade! In unserem Darm sitzt unsere Gesundheit und noch viel mehr. Ich habe selbst sehr krasse Erfahrungen mit einem nicht gesunden Darm gemacht und weiß, wie wichtig es ist den Darm in gesunder Balance zu wahren.

    Herzliche Grüße
    Tatjana

    • Ja das ist leider so. Viele Experten sagen ja auch, dass alle Krankheiten durch einen geschädigten Darm entstehen – nur in der Schulmedizin wird da kein Fokus drauf gelegt und in der Gesellschaft wird das Thema Darm auch eher ungern angesprochen. Deshalb widmen wir hier dem Darm auch eine ganze Artikelreihe, um auch die Zusammenhänge untereinander verständlicher zu machen.

  2. Ein GESUNDES neues Jahr! Dieser Wunsch ist zum Jahreswechsel oft zu hören. Passend dazu ist das hier vorgestellte Thema, über das ich quasi parallel zur Lektüre des Buches “Darm mit Charme” gestolpert bin. Welches zugegebenermaßen viele Monate bei mir lag, bevor ich zu lesen anfing. Und welche Überraschung: es ist so fröhlich geschrieben, dass mich mein Darm nun gleich viel mehr interessiert. Und prompt kommen immer mehr Hinweise dazu, so wie hier – vielen Dank für den tollen Artikel! Alles schön auf den Punkt gebracht.
    Herzliche Grüße
    Yvonne

    • Danke Yvonne. Auch wir wünschen dir ein gesundes neues Jahr. Und ja, das mit dem Buch “Darm mit Charme” ging uns vor ein paar Jahren genauso. Wir haben es geschenkt bekommen und dann erstmal eine ganze Weile ins Bücherregal gestellt, ohne es zu beachten. Irgendwann dann haben wir es uns doch mal angeschaut und begonnen durchzulesen. Das ist wirklich so toll geschrieben, dass man das Thema Darm anschließend doch etwas lockerer und als etwas ganz normales betrachtet.

  3. Ein tatsächlich sehr umfassender Artikel über den Darm. Den meisten Menschen ist leider die Tragweite nicht bekannt. Deshalb tut Aufklärung Not.

    Allerdings sind die wenigsten Menschen (nach meiner Erfahrung in der Gesundheitsberatung) selten bereit, wirklich etwas für einen gesunden Darm zu tun. Erst wenn sich ernsthafte Krankheiten abzeichnen, sind sie offen sich zumindest einmal anzuhören, wie es zu ihrer Krankheit gekommen ist.

    Herzliche Grüße
    Barbara

    • Ja liebe Barbara, das ist leider so. Wir Menschen investieren in Autos, pflegen und hegen sie, aber unseren Körper, Geist und Seele vernachlässigen wir total. Und wenns mal zwickt und zwackt, dann lässt man sich ne Pille verschreiben.

      Doch auch kein Wunder, denn die Medien und Gesellschaft leben es uns ja so vor und suggerieren uns ein, dass das alles völlig normal sei. Mit dem Alter kommen die Krankheiten – völlig normal.

      Finden wir nicht!! Es ist nicht normal! Man kann bis ins hohe Alter super fit und gesund leben, wenn an seinen Körper hegt und pflegt und ihm das gibt, was er braucht.

      Ich tanke eine Benzinerauto ja nicht mit Diesel. Würde ich das tun, würde es nicht mehr fahren – und wäre kaputt. Zumindest schon mal der Motor. Und der Motor ist bekanntlich ja das Herz des Autos…

  4. Ein gesunder Darm ist das allerwichtigste. Gesundheit beginnt nun einmal im Darm. Jeden Morgen nehm ich ein Probiotikum, um die Darmflora fit zu halten und tu mein bestes (meistens jedenfalls), um mich möglichst abwechslungsreich und gesund zu ernähren.
    Dennoch ist eine Erinnerung an verschiedene Zusammenhänge immer wieder hilfreich. Danke für diesen aufschlußreichen Beitrag
    liebe Grüße
    Christine

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